Amphetamin zählt zu den bekanntesten synthetischen Stimulanzien des zentralen Nervensystems. Unter dem Straßennamen „Speed“ verbreitet, besitzt die Substanz sowohl eine medizinische Bedeutung als auch ein hohes Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. Dieser Artikel gibt einen fundierten Überblick über Wirkmechanismus, Konsumformen, Risiken, rechtliche Einordnung und wissenschaftliche Hintergründe.
Was ist Amphetamin?
Amphetamin ist eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenethylamine. Es wurde erstmals im frühen 20. Jahrhundert synthetisiert und später medizinisch eingesetzt – insbesondere zur Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) und Narkolepsie.
Chemisch wirkt Amphetamin als indirektes Sympathomimetikum. Das bedeutet, dass es die Aktivität bestimmter Neurotransmitter im Gehirn steigert.
Im illegalen Kontext wird Amphetamin meist als weißliches bis gelbliches Pulver verkauft und unter dem Namen „Speed“ gehandelt.
Amphetamin Wirkung im Körper
Die Amphetamin Wirkung beruht hauptsächlich auf der Freisetzung und Wiederaufnahmehemmung von:
- Dopamin
- Noradrenalin
- (in geringerem Maß) Serotonin
Diese Botenstoffe beeinflussen Wachheit, Motivation, Konzentration und Stimmung.
Kurzfristige Effekte können sein:
- Erhöhte Aufmerksamkeit und Wachheit
- Euphorie oder gesteigerte Motivation
- Vermindertes Schlafbedürfnis
- Reduzierter Appetit
- Beschleunigter Puls und erhöhter Blutdruck
Die Wirkung setzt – je nach Konsumform – innerhalb von Minuten bis etwa einer Stunde ein und kann mehrere Stunden anhalten.
Konsumformen von Speed
Illegales Amphetamin wird typischerweise konsumiert durch:
- Orale Einnahme (geschluckt in Papier gewickelt, sogenannte „Bomben“)
- Nasalen Konsum (geschnupft)
- Intravenöse Anwendung (selten, aber mit erhöhtem Risiko)
Die Konsumform beeinflusst Intensität, Wirkdauer und gesundheitliche Risiken.
Risiken und Nebenwirkungen
Amphetamin kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben, insbesondere bei regelmäßigem oder hochdosiertem Konsum.
Häufige Nebenwirkungen:
- Herzrasen und Bluthochdruck
- Schlaflosigkeit
- Nervosität und innere Unruhe
- Angstzustände
- Zähneknirschen
Mögliche Langzeitfolgen:
- Psychische Abhängigkeit
- Depressionen nach Abklingen der Wirkung („Crash“)
- Paranoide Zustände oder Psychosen
- Herz-Kreislauf-Probleme
Das Abhängigkeitspotenzial gilt als hoch, da es schnell zu Toleranzentwicklung kommt.
Unterschied zwischen Amphetamin und Methamphetamin
Amphetamin wird häufig mit Methamphetamin verwechselt. Beide Substanzen gehören zur gleichen chemischen Grundstruktur, jedoch:
- Methamphetamin ist stärker lipophil
- Wirkt intensiver und länger
- Hat ein höheres neurotoxisches Potenzial
Die gesundheitlichen Risiken sind bei Methamphetamin in der Regel ausgeprägter.
Medizinische Anwendung von Amphetamin
In kontrollierter Dosierung wird Amphetamin oder amphetaminähnliche Substanzen in einigen Ländern zur Behandlung von:
- ADHS
- Narkolepsie
eingesetzt. Dabei erfolgt die Anwendung streng ärztlich überwacht und in standardisierter pharmazeutischer Qualität.
Die medizinische Nutzung unterscheidet sich deutlich vom illegalen Freizeitkonsum hinsichtlich Reinheit, Dosierung und Risikoüberwachung.
Rechtliche Lage in Deutschland
Amphetamin unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
- Besitz ohne Rezept ist strafbar
- Herstellung und Handel sind genehmigungspflichtig
- Forschung nur unter speziellen behördlichen Auflagen
Auch viele strukturell verwandte Derivate fallen unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG).
Amphetamin in der Forschung
Aus wissenschaftlicher Sicht ist Amphetamin eine bedeutende Substanz zur Untersuchung:
- Neurotransmitter-Systeme
- Suchtmechanismen
- Neurobiologischer Belohnungssysteme
- Psychostimulanzien-Wirkmechanismen
Die Forschung hilft, sowohl therapeutische Anwendungen besser zu verstehen als auch Präventionsstrategien gegen Missbrauch zu entwickeln.
Fazit
Amphetamin ist eine pharmakologisch potente Substanz mit medizinischem Nutzen, aber erheblichem Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. Während es therapeutisch wertvoll sein kann, birgt nicht-kontrollierter Konsum erhebliche gesundheitliche Risiken.
Für Forschung, Prävention und Aufklärung bleibt die Substanz ein bedeutendes Thema im Bereich Neurochemie, Suchtforschung und Psychopharmakologie.